Wochenendrückblick

Letzten Freitag und Samstag musste ich mal wieder ziemlich viel arbeiten. Am Freitag hatte ich ein paar Termine, so dass der Zwerg den ganzen Vormittag mit dem Papa im Büro war. Sehr zur Freude vor allem seiner Kolleginnen, die in Begeisterungsstürme ausbrachen, weil er so süß ist. Und so große Kulleraugen hat. Und so brav ist. Und schon wieder so gewachsen ist. Und überhaupt… Ja, er ist einfach ein Schnuckel 😀

Am Nachmittag sind wir dann nach Berlin gefahren, wo ich am Samstag einen Vortrag und einen Workshop gehalten habe. Die Fahrt war diesmal etwas zäh, viele Baustellen und einige Fast-Staus. Den Grund dafür hat man nie erkannt, ich wundere mich immer wieder, wie kilometerlanger Zähfluss sich plötzlich einfach so wieder in Wohlgefallen auflösen kann. Unterwegs mussten wir mal Halt machen, das Auto brauchte zu trinken, und der Zwerg wollte eine frische Windel. Zufällig sind wir im Rasthof Bayerisches Vogtland Selbitz gelandet. Und was soll ich sagen? Ein Paradies für Babys in der sonst meist recht trostlosen Rastplatz-Landschaft. Es gab einen tollen Wickelraum, schön groß, freundlich eingerichtet und ruhig, und mit allem ausgestattet, was das Herz begehrt. Windeln, Feuchttücher, andere Tücher, Desinfektionsmittel, Wärmelampe, Flaschenwärmer, Mikrowelle, und sogar Bilderbücher lagen bereit. Und alles war wirklich sauber, einfach toll. Auch die Kinderspielecke fand ich klasse, sogar unser Zwerg hatte schon ein kleines Fahrzeug gefunden, auf dem er mit dem Papa kurz rumrollern konnte, während die Mama anderweitig beschäftigt war. Diesen Rasthof werden wir uns auf jeden Fall merken, denn die Strecke fahren wir häufig. Und ich kann ihn nur jedem empfehlen, der in dieser Gegend mit Baby unterwegs ist und einen sauberen Platz zum Wickeln braucht.

Das absolute Gegenteil war dagegen das Hotel, in dem mich meine Auftraggeber einquartiert hatten, das Hotel Amano in Berlin. Teils recht unfreundliches Personal, das Standardzimmer, das im Internet für „ab 70 Euro“ angeboten wird und keinen Cent mehr wert ist, da winzig (es gibt weder einen vernünftigen Schrank noch Ablagefläche oder einen bequemen Sessel, auch keine Minibar, in der man die Sachen vom Zwerg hätte kühlen können – zum Glück hatten wir die Auto-Kühlbox mit normaler Steckdose mit – ), für das aber (vermutlich wegen des verlängerten Wochenendes zum 3. Oktober) pro Nacht knapp 200 Euro (!!!) verlangt wurde. Dass in der Toilette Fliesen nicht verfugt waren, der Lederbezug vom Bett zerrissen und die Miniablage unter dem Miniaturfernseher ziemlich staubig war, wäre ja gerade noch zu tolerieren gewesen. Dass die Toilettenbrille aber noch Hinterlassenschaften von früheren Gästen zeigte, wollte ich dann aber doch nicht auf sich beruhen lassen. Die Dame, die dann kam, war not amused und pflaumte mich auch noch an, weil sie das jetzt selbst machen müsste, da vom Housekeeping um diese Zeit keiner mehr da wäre. Eine Entschuldigung gabs keine. Und dass ich das Zimmer trotz Kostenübernahmeerklärung meines Auftraggebers nicht doch selbst bezahlen musste, schien bei Anreise unmöglich, denn die Dame hatte einzig die Option „Selbstzahler“. Bei Abreise war dann doch jemand Fähigeres an der Rezeption, und letztlich war das doch kein Problem mehr.  Warum dieses Hotel so gute Bewertungen hat, kann ich absolut nicht nachvollziehen. Auch weitere Gäste, die am Samstag bei der gleichen Tagung waren wie ich, waren sehr unzufrieden. Die hochgepriesene Innenarchitektur war uns allen zu viel des Guten. Oder eher zu wenig, denn vor allem die Zimmer wirkten einfach nur karg, kalt und ungemütlich. Eine positive Sache gabs aber doch: das Frühstück. Hier war die Auswahl gut und passte eher zu dem, was das Hotel eigentlich sein möchte. Nochmals wird man mich dort aber trotzdem nicht sehen.

Dafür habe ich es aber vor der Abreise noch schnell geschafft, bei idee. im KantCenter vorbeizuschauen. Ich dachte ja immer, das wäre nur ein Bastel-Laden (ist es zumindest bei uns). Aber mir wurde diese Filiale empfohlen, weil es dort tolle Wolle und Stoffe gibt. Und ich bin tatsächlich fündig geworden und habe einen, wie ich finde, wunderschönen Jersey-Stoff gefunden, auch noch zum Angebotspreis von 10 Euro 🙂 Zu Hause angekommen, habe ich einen Teil gleich vernäht, er passte perfekt zu einem Stoffrest, den ich letztens mal erstanden hatte:

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Da ich gleich 1 Meter mitgenommen habe, ist noch mehr in Planung (ich habe auch noch einen passenden Kuschelstoff, perfekt für eine Halssocke o.ä.). Die Mütze ist übrigens eine Wendemütze, ich habe heute die bisherige Variante meiner Wendebeanies abgewandelt und noch ein Bündchen dran genäht. Für die Innenseite habe ich einen anderen Stoffrest verarbeitet. Es blieb auch noch genug übrig für eine Hose, ein Halstuch und eine große Schmuse-Schnullerkrake, die heute noch mit knisterndem Inhalt gefüllt wurde, nachdem der Zwerg seit kurzem auf alles abfährt, das knistert. Ich habe mal gelesen, man könne dafür einen Bratschlauch verwenden. Ich habe eine Brottüte aus Plastik verwendet, die ich noch in meiner Tütenschublade gefunden habe. Knistert perfekt 🙂

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(Ja, der Zwerg ist ein Junge, ich finde aber, auch Baby-Jungs können pinke Birnen tragen 😉 Der Zwerg findet die Sachen auf jeden Fall klasse und wollte sie, kaum zwischen die Finger bekommen, gar nicht mehr hergeben.)

Die Hin- und Rückfahrt nach und von Berlin habe ich übrigens wieder zum Häkeln genutzt, jetzt ist das Taufoutfit für den Zwerg dank passender Mütze vollständig 🙂

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Die Wolle passt perfekt zu Hose und Weste. Eine tolle Anleitung für die richtige Mützen-Wölbung habe ich bei Talu gefunden. Statt einer zweiten Farbe habe ich dem Anlass entsprechend lieber schlicht ein kleines Muster eingefügt. Eine Reihe ganze, eine halbe Stäbchen, zwei Reihen feste Maschen und das ganze nochmals. Und weil ich gerne einen leicht gewölbten Abschluss haben wollte, habe ich in der drittletzten Reihe der festen Maschen jeweils 2 in jede 2. Masche gehäkelt. Die letzten beiden Reihen erhielten dann jeweils wieder nur 1 Masche.

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7 Gedanken zu “Wochenendrückblick

  1. Uiii was für schöne Sachen!!! Ja die Stoffe sind super schön!!! Die Birnen gefallen mir auch super gut 😄 und warum sollte ein Junge das nicht tragen können??? Es gibt doch auch Pinke Shirts für Männer.
    Häkeln ist toll!!! Die Mütze ist ja super süß!!! Das kann ich ja leider gar nicht 😖 alles aus wolle usw. Muss bei uns die Oma machen 😂😂

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    • *lach* Ich sehe das auch so, aber ich warte schon auf schräge Blicke 😉 Der grüne Stoff mit den Blümchen hat auch schon oft für Verwirrung gesorgt. Scheinbar sind Blümchen, Obst und alle Farben aus dem Rot/Rosa-Spektrum für Mädchen reserviert, Jungs müssen zwangsläufig Autos, Monster oder Astronauten tragen 😉
      Häkeln ist ganz einfach, versuchs doch mal in einer ruhigen Minute! Ich finde es so toll, dass man das Wollknäuel und die Nadel überall mit hin nehmen kann, und wenn man etwas warten muss (z.B. beim Arzt) oder längere Zeit Beifahrer ist, kann man so viel schaffen. Das tröstet mich etwas darüber hinweg, dass ich so wenig zum Nähen komme (mit Nähmaschine unterwegs ist doch etwas schwierig 😉 )…
      Die Oma hat bei uns für sowas leider gar keinen Nerv 😀

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      • Unser moppel trägt viel Sternchen, das finden manche auch schon verwirrend 😂😂
        Und maritim muss er auch tragen, weil es die Mama so mag… der arme Junge 😂
        Ruhige Minute, find ich kaum 😄 und weißt du was meine größte Schwäche ist? Geduld 😄 deswegen näh ich, das geht schnell und ich suche ja wie gesagt nur einfach Sachen raus, damit mein Geduldsfaden nicht reißt 😂😂

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      • Sternchen sind toll. Und maritim liebe ich auch, da muss der Zwerg auch durch 😉 Aber ich habe den Eindruck, ihm gefällts auch. Schließlich ist er ja eigentlich ein Segelbaby 😀

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  2. Pingback: Ein aufregender Tag war heute… | Was das Leben schöner macht - mit und ohne Babybauch :)

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