Zwergentaufe

Am 16.10.16 war es endlich so weit, der Zwerg wurde getauft. Der Pfarrer fand den Termin mehr als passend, denn schließlich war auch noch Allerweltskirta (Kirchweih). Es war ein wunderschöner Tag, und all die Vorbereitungen haben sich mehr als gelohnt 🙂

Eine Woche vorher waren wir schon beim Pfarrer zum Taufgespräch, und auch der Zwerg war selbstverständlich dabei (was die Oma gar nicht verstehen konnte, denn „zu unserer Zeit hatte da keiner seine Kinder dabei“… Ja, vor fast 40 Jahren… Da war noch vieles ganz anders…). Der Pfarrer freute sich sehr, und es stimmte gleich zwischen dem Zwerg und ihm. Fremden Männern gegenüber ist er eigentlich recht zurückhaltend in letzter Zeit, aber der Pfarrer bekam sofort sein Honigkuchenpferd-Lächeln 🙂 Außerdem hat er viel erzählt und an den richtigen Stellen gequiekt, so dass wir alle mehrfach herzlich lachen mussten. Ich war sehr erleichtert, dass der Pfarrer so gut mit dem Zwerg konnte, so musste ich schon nicht befürchten, dass er weinte, weil er ihm nicht geheuer war.

Nach dem Gespräch ging es so richtig ans Vorbereiten. Die Taufe sollte in einer kleinen Kapelle auf unserem Hausberg stattfinden, die im Besitz einer Stiftung ist. Da ich aber die Verwalterin kenne, war es kein Problem. Wir mussten jedoch selbst für Blumenschmuck und Musik sorgen. Daher bastelten wir noch Buxkränzchen für die Bänke, und für den Altar ließ ich ein Gesteck fertigen. Da ich als Deko-Motto „Segeln“ gewählt hatte (der Zwerg als Segelbaby [Mama und Papa lieben es und haben sich auch deshalb kennengelernt] soll ja künftig mit Gottes Segen über sein Lebensmeer segeln), habe ich noch ein schiffförmiges Gefäß besorgt, und das Gesteck sah letztlich ein bisschen aussehen wie ein Segel. Es kam nach dem Gottesdienst auf den Tisch, dazu habe ich noch zwei kleine Schiffchen gesteckt. Die anschließende Feier fand gleich nebenan in einer gemütlichen Wirtschaft statt, wo wir einen großen, vom restlichen Raum etwas abgetrennten Tisch hatten. Meine Cousine, die die Taufpatin ist, und ich kümmerten uns am Vormittag noch um die Deko.

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Die Taufkerze habe ich auch selbst gemacht. Erst wollte ich eine Bekannte darum bitten, aber nachdem ich im Internet ein bisschen nachgelesen hatte, fand ich, dass ich das auch selbst hinbekomme. Daher habe ich mir in der Kerzenfabrik im Nachbarort alles besorgt und neben der Taufkerze noch eine für die Taufpatin und kleinere für die Gäste gemacht. Die Gastkerzen sollten nicht nur ein Geschenk und ein Danke sein, sondern sind auch dafür gedacht, dass jeder dem Zwerg ein Licht anzünden kann, wenn er denkt, dass er es brauchen kann. Alle Kerzen wurden nach dem Gottesdienst auch noch gesegnet. Ich habe sie in kleine Tütchen verpackt und jedem noch etwas Persönliches geschrieben, dazu ein Kärtchen mit Foto und Taufspruch vom Zwerg. Die Gastkerzen waren übrigens noch Nachtarbeit am Samstag vor der Taufe, tagsüber war ich auf Fortbildung, und während der Woche war auch zu wenig Zeit… Aber sie sind alle sehr schön geworden.

 

Kaffee und Kuchen gab es in der Wirtschaft, aber ich habe einen Kuchen selbst gebacken, da eine der Gäste sehr viel nicht verträgt. Am besten gehen trockene Kuchen mit Dinkelmehl und ohne Zucker, daher habe ich eine Art Zebrakuchen gemacht, mit hellem und dunklem Teig, ohne Zucker und mit Rapsöl statt Butter. Damit die Sache nicht ganz so trocken wurde, kamen noch Kirschen oben drauf. Und damit es ein schöner Taufkuchen wurde, habe ich ihn mit Fondant, eingefärbtem Marzipan und Zuckerschmetterlingen verziert (bei Unverträglichkeit war das leicht abzunehmen, und für den Rest der Gäste machte es die Sache etwas süßer). Dafür, dass auch das das erste Mal war, ist es schön geworden 🙂 Und es schmeckte auch 🙂

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Als Deko kamen dann noch ein paar Papierschiffchen auf den Tisch, die der Papa gefaltet hatte. Diese wurden mit Smarties und Pistazien für den kleinen Snack zwischendurch gefüllt 😉

Als musikalische Umrahmung des Gottesdienstes hatte ich zwei Schwestern engagiert, die wunderschön Gitarre spielen und singen konnten. Ich hatte mir zwei Lieder gewünscht, das „Tauflied“ von Cassiopeia (hier gibts die Noten dazu) und „Kind Gottes, Gott hält seine Hand über dich“ von Hans Waltersdorfer. Ansonsten wurden noch Lieder von Kathi Stimmer-Salzeder gesungen. Es war sehr stimmungsvoll, und als dann noch der Name vom Zwerg gesungen wurde, wurde so manches Auge feucht… Auch sonst war der Gottesdienst sehr schön, der Pfarrer hat es wunderbar persönlich gestaltet. Der Zwerg war sehr neugierig, was da alles passierte, und ließ sich auch ohne zu weinen salben und das Wasser über den Kopf gießen. Als der Pfarrer jedoch seinen Mund berührte, um ihn zu öffnen, nutzte der Zwerg die Gelegenheit gleich, um den Finger des Pfarrers abzuschlecken 😉 Später musste er dann aber etwas weinen, denn vor dem Gottesdienst hatte er tief geschlafen und musste geweckt werden, so dass er keinen Hunger hatte. Und der kam dann, als das Taufkleid ständig vor dem Mund war und nicht gegessen werden durfte 😉 Aber der Pfarrer meinte, auch die leiblichen Bedürfnisse müssen gestillt werden, und so gabs die Flasche auf dem Altar 🙂

Alles in allem ein rundum gelungener Festtag 🙂

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10 Gedanken zu “Zwergentaufe

  1. Pingback: Basteln für Babys (I): Reflektierende Rassel-Rolle | Was das Leben schöner macht - mit und ohne Babybauch :)

  2. Hallo, das mit den Taufkerzen für die Gäste ist eine sehr gute Idee – die sie dann im Bedarfsfall, der hoffentlich nie eintritt, zur Unterstützung und Hilfe für den Zwerg anzünden, damit dieser wieder gesund wird.
    Du bist ja eine richtige „Heimwerkerin“ geworden mit Basteln, Backen, Nähen und so.
    Liebe Grüße von mir

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    • Ja, so habe ich mir das gedacht. Oder auch, wenn er mal nicht weiß, wie es weitergehen soll. Oder er Angst vor einer Prüfung hat. Oder man einfach an ihn denken und ihm Kraft schicken mag… 🙂
      Eigentlich bin ich das schon immer, ich habe schon als Kind viel gebastelt, Kissen und Vorhänge gehäkelt, leidenschaftlich gebacken… Später dann alte Fliesen mit Papas Hammer zerdeppert, um Mosaiktöpfe und Tische zu machen… Nur leider blieb mir in den letzten Jahren nur ganz selten die Zeit, meine Kreativität auszuleben. Und nun habe ich beschlossen, dass ich mir die Zeit einfach nehme. Und es macht sooooo viel Spaß 🙂 Im Gegensatz zu meinem Job sehe ich nämlich am Ende einer „Aktion“, was ich geschafft habe 🙂
      Ganz liebe Grüße zu dir!

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  3. Pingback: Taufgesteck goes Herbst | Was das Leben schöner macht - mit und ohne Babybauch :)

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