I’m blue…

… dabadi dabadu… sangen Eiffel 65. Nach Singen ist mir gerade nicht, wobei das bestimmt meine Stimmung heben könnte, denn wenn einem nicht danach ist, soll man ja zumindest so tun, als ob. Ich kann ja dann mal wieder Mitmachlieder anhören, wenn der Zwerg wieder aufgewacht ist. Aber erst mal bin ich froh, dass er schläft. Es war nicht einfach, ihn dazu zu bringen, er hatte mal wieder wie aus dem Nichts angefangen zu weinen. Nicht einfach ein bisschen, sondern ganz gellend und mit viel Tränen. Ich hätte am liebsten mitgeweint. Der Bauch war voll, die Windel frisch, allerdings rieb er sich immer die Augen, wollte aber partout nicht schlafen. Ich musste ihn dann fest in den Arm nehmen, in seine Decke wickeln, meine Kuscheldecke noch drüber, den Schnuller festhalten, da er ihn brauchte, aber zum Weinen so intensiv schnullte, dass er ihn immer wieder verlor. Als er dann endlich eingeschlafen war, war ich erst mal bewegungsunfähig, ich traute mich nicht, ihn gleich von mir und meinem Arm wegzulegen. Zum Glück wurde er nicht wach, als meine Blase dann irgendwann so drückte, dass ich ihn weglegen MUSSTE… 😉

Eigentlich habe ich ja gar keine Zeit zu schreiben. Eigentlich habe ich auch keine Zeit, bewegungsunfähig mit meinem Baby auf der Couch zu liegen. Und eigentlich habe ich auch keine Zeit, später Mitmachlieder zu singen. Denn eigentlich muss ich arbeiten. Da ist etwas, das heute fertig werden MUSS. Ich bin schon ewig dran, aber es kam immer wieder etwas dazwischen (wie das wohl sein kann?), so dass ich zwar eigentlich lange Zeit gehabt hätte, jetzt aber doch auf den letzten Drücker fertig werden muss. Mein Kind geht nun mal vor. Und wenn man dank schlafloser Nächte nur noch wie ein Zombie unterwegs ist, schafft man es vielleicht, die Wäsche und das Geschirr vom schmutzigen in den sauberen und vielleicht sogar noch in den aufgeräumten Zustand zu bringen (auch die umgekehrte Variante klappt noch, da man ja kocht und das Gekochte auch gerne mal nicht nur auf dem sauberen Geschirr, sondern auch auf der sauberen Kleidung landet). Dass man nicht manchmal die Spuckwindeln spült und die Fläschchen in die Waschmaschine packt, grenzt teils schon an ein Wunder, da hier alles irgendwie nahtlos ineinander überzugehen scheint. Aber geistige Arbeit? Bei der man sich so richtig konzentrieren muss? Also länger als 2 Minuten am Stück. Also viiiiiieeeeel länger?? Ein Ding der Unmöglichkeit, denn irgendwas ist immer. Schnuller weg. Hunger. Windel voll. Langeweile. Waschmaschine fertig. Postbote vor der Tür. Telefongeklingel. Essen auf dem Herd. Breifütterungszeit. Frischeluftnotwendigkeit. Katzenaufmerksamkeitsdefizit. Dringendes eigenes Bedürfnis (ja, manchmal lässt sich auch das nicht mehr aufschieben). Unangemeldete Spontanbesuche („nur mal gaaanz kurz vorbeischauen und den Kleinen sehen“). „Kannst-du-mal-schnell-für-mich“-Aufträge von Oma und Opa. „Ich-sitze-noch-in-einer-Konferenz-und-komme-heute-leider-erst-später“-Nachrichten vom Papa. Lebensmittelknappheit. To be continued. Endlessly… Ach ja, und dann sind da noch die seltenen, aber dann recht intensiven Blue-Phasen, die nicht immer verdrängt werden können. Der ganz normale Wahnsinn also. Zum konzentrierten Arbeiten ergibt sich die Gelegenheit daher meist frühestens, wenn der Zwerg im Bett ist. Dann ist aber immer noch ganz viel zu tun. Und bis alle dringenden Bedürfnisse gestillt sind, ists meist vorbei mit der Chance auf Konzentration, da die Batterien schon heiß gelaufen sind. Und die Augenlider so tief hängen, dass ich froh bin, wenn ich nicht im Stehen einschlafe. Mit Glück kann ich mich noch ein bisschen mit dem Papa unterhalten oder zumindest eine gerade Naht nähen. Wenn nicht, lädt die Couch zum Kuscheln ein. Und da kann man auch wunderbar die Augen zu machen… Aber eben nicht arbeiten. Normalerweise muss in solchen Fällen zwischendurch die Oma für ein paar Stunden herhalten, und ich fahre ins Büro. Aber die macht gerade 3 Wochen Urlaub und steht nicht zur Verfügung. Der Papa hat auch keine Chance, mal einen Tag frei zu nehmen, und so sollte ich mich langsam wieder am eigenen Schopf aus dem Blue-Sumpf ziehen und loslegen. Wäre da nicht… Ja, der Zwerg ist schon wieder wach und hat Hunger…

Da fällt mir wieder diese Bilderserie ein… Und entlockt mir dann doch ein Lächeln, denn gaaaaaaaaanz so schlimm ist es bei uns zum Glück nicht, obwohl ein paar Bilder schon deutliche Déjà-vus enthalten… 🙄

Naja, ich werd schon schaffen, was ich schaffen muss. Irgendwie gehts ja doch immer. Und auf den allerletzten Drücker habe ich meist die allerbesten Eingebungen…

 

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4 Gedanken zu “I’m blue…

  1. Hahaha jaaa so ist es, die Bilder sind zu witzig!!!!
    Ich sags ja, ich könnte mich nicht konzentrieren… der moppel fordert ja auch dauernd meine Aufmerksamkeit… und die Situation zum einschlafen unter Tags ist bei uns genau die gleiche! Vielleicht haben die Angst, etwas zu verpassen?

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  2. Pingback: From green to white | Was das Leben schöner macht - mit und ohne Babybauch :)

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